morgen ist es also soweit: wir treffen hoffentlich unseren helden wieder. sein name ist loick. 20 jahre alt, franzose und mit einer großen großen vision im kopf. die erde mit dem fahrrad umrunden. jawoll mit dem fahrrad. die letzten 3 jahre hat er das schonmal ausprobiert und hat bisher knapp 25.000 kilometer hinter sich gebracht. wie gesagt nur mal so zum aufwärmen, da sein plan 200.000 kilometer in 10 jahren sind.
rueckblende:
raus aus dem blöden porto. keiner will den dicken parken lassen. na gut .. wer ihn nicht will, will uns nicht. weitergefahren und irgendwo auf der landstrasse entdecken wir ein seltsames gespann. ein mann auf einem fahrrad. mit einer rastamuetze und nem anhänger am fahrrad. … hm sieht irgendwie echt schräg aus. das wetter zu dieser zeit total hässlich. regen, grau, das übliche. .. wechseln noch 3 sätze angesichts des bildes und vergessen das ganze auch schon wieder.
am nächsten morgen, fahren wir ca. 70 kilometer entfernt auf der landstrasse rum. und was muss ich sehen? .. der selbe spinner auf dem fahrrad. .. gibts doch nich! .. kann nich sein. … ich mache mieze klar, das wir umdrehen .. ich muss mit ihm sprechen. das ist der selbe typ, am nächsten tag, 70 kilometer weiter. was ist hier los – was geht hier ab? .. wir drehen um und kommen am strassenrand kurz vor ihm zum stehen. ich springe raus und bedeute ihm mittels meiner strassenkarte „du gestern hier – du heute hier – wir dich gesehen – was du machen??“ .. ich kann ihm ansehen, das er iritierter als ich ist. . sehr skeptischer blick. wir laden ihn zu uns ins auto ein und bieten ihm ein getränk an. er merkt langsam, wir sind auch nur die üblichen verrückten und mittels händen, fuessen, 4 sprachigen vokabelfetzen offenbart sich uns seine vision. nicht zu fassen .. du spinnst mann .. wir muessen dich wiedersehen. .. lissabon ist dein ziel? .. top unseres auch.. wir treffen uns nächsten donnerstag um 12 am torre de belem .. .kannten wir bis dahin auch alle nicht, aber der führer zeigte uns ein bild von dem ding und den hinweis, das man umsonst rumstehen darf .. na also, kennt wohl jeder, da treffen wir uns … wir sind so hin und weg, das wir ihm noch seinen anhänger voll mit schweren essensvorräten packen .. fürs erste scheint das das vernünftigste .. der mann muss ja schliesslich essen und von den 20 euro pro woche, die ihm zur verfügung stehen, kann man keine sprünge machen …
wir verabschieden uns und für die nächsten stunden sind mieze und ich tief in gedanken .. was war das denn eben? .. gibts das eigentlich. so eine vision, nach dem lesen eines buches (45.000 km um die welt mit dem fahrrad aus den siebzigern von irgendeinem anderen spinner) und das ganze in diesen jungen jahren? .. meinen absoluten respekt und in demut sinierend. der knabe ist ein held für mich.
ende rueckblende.
morgen also treffen wir ihn hoffentlich wieder. am torre de belem. wir sind mittwoch nachmittag in lissabon. der platz ist der knaller: seht die bilder! kostenlos. zentral. direkt am ufer des rio tejo. links von uns die „ponte de 25 abril“ .. ist die kleine kopie von der beruehmten hängebruecke in san francisko und rechts von uns der torre de belem .. zwar keine ahnung was manuelischer baustil ist, aber das hier ist ein prachtexemplar davon .. stellplatz ist direkt vor dem gebäude der zollbehörde mit ihren vielen polizisten. besser geht kaum in der grossstadt lissabon.
bevor wir allerdings in lissabon eintreffen, fahren wir durch cascais vor den toren der hauptstadt.. wat is dat hübsch hier .. ist so ein kleiner sehr teurer und dementsprechend hübsch anzusehender vorort. .. ist eh gerade zeit für toast con quejo und kaffee duplo (ist die einfache bezeichung für cafe grande solo) .. der bankomat auf dem weg war eigentlich das ziel, klappt aber nicht wegen der verbindung (war die deutsche bank ;o) .. wärend ich raussprang fuhr mieze einfach die hauptstraße weiter runter .. „ich versuche dann zu wenden und komm zurück“ .. laufe die hauptstraße runter und weit und breit weder hase noch dicker zu sehen .. tja .. leider keinen plan b fuer diese situation gemacht .. somit drehe ich nach ein paar hundert metern wieder um, um an den punkt unseres letzten wiedersehens zu gelangen .. ploetzlich höre ich mieze rufen und mein suchender blick findet sie am eingang zu einer seitenstraße .. na also .. mieze konnte irgendwann nur noch rechts in die kleine straße und dort steht der dicke nu im halteverbot .. also schnell wieder hin da und weiter gehts .. rechts ums eck und links ums eck und am nächsten eck lockt also schon diese tolle pastelaria mit kaffe und sonstigen leckereien .. ach portugal mein portugal .. überall und immer diese kleinen oasen der glücksehligkeit .. frühstück fällt dementsprechend köstlich aus
… gutgelaunt gutgestärkt dem hinweisschild zur n6 lisboa folgen .. kein problem für uns .. die kleine einbahnstraße wird zu einer winzigen gasse .. aha .. der dicke hat noch rechts und links 2 centimeter luft zum gemüsehändler .. dem gemüsehändler widerum fehlt die luft zum atmen, als er uns erblickt .. sehe schon das er nervös wird .. keine sorge mein freund, ist nicht die erste gasse und ja die frau am steuer kann fahren .. quetschen uns aufmerksam weiter zur nächsten kreuzung. folgende auswahl bleibt uns:
geradeaus weiter quetschen, rechts in falscher richtung die winzige einbahnstraße erobern, oder links in die richtige richtung: N6 lisboa. tja .. das naheliegende ist manchmal das am weitesten entfernteste .. zumindest wenn man mit einem 6 meter walross in einer schuhschachtel steckt .. .. wir wollen und würden gerne links den richtigen weg nehmen, aber dann müsste ich den dicken irgendwie auf der stelle um 90 grad drehen .. geht aber nicht, da ich gerade keinen 5 tonnen rangierwagenheber zur hand habe .. da bleibt also nur geradeaus weiterquetschen.
.. nun gut, wenigsten hat dann der nächste gemüsehändler wieder einen grund sehr doof zu glotzen .. also rein da .. und hoffentlich wieder raus da … wir fahren ein paar meter zur nächsten kreuzung und finden uns in der selben situation .. geradeaus ist aber diesmal eine einbahnstraße hinzugekommen .. somit muessen wir nach links .. tja und was soll ich sagen, auch hier keine automatischer wendeteller für grossfahrzeuge .. wozu auch, die würden hier eh nich reinfahren
.. zu der sehr sehr eingeschränkten auswahl an fluchtwegen, gesellt sich noch eine polizeistation direkt vor uns links auf der ecke .. davor wiederum stehen polizeiautos .. ganz toll ganz prima .. uns wird klar: wir hätten mehr eier frühstücken muessen .. es bleibt nur eine option .. vorwärts mit dem dicken zwischen polizeiautos und mauer quetschen und dann versuchen rückwärts rechts in die andere einbahnstraße eindrehen .. das klassische wenden in 3 zuegen eben .. geht aber nur, wenn man das lenkrad auch einschlagen kann .. haste links und rechts nur ein paar zentimeter wirds schwierig .. in unserem fall fast unmöglich
.. wärend ich die hupenden und genervten portugiesen ignorierend und wild gestikulierend aufhalte, rudert mieze um ihr leben .. zum glück bin ich aber nicht lang alleine .. der erste polizist kommt aus der station .. .. ich bin überrascht: er ist jung, gutaussehend und spricht fliessend englisch .. somit kann ich wenigsten versuchen die drohenden strafverfahren klein zu halten – denke ich mir und er beginnt unser gespräch mit: ihr hättet vorne links muessen . ich erwidere ihm, das das schon richtig ist, aber es war uns unmöglich dort abzubiegen, es war meines erachtens noch weniger raum .. er sieht es ein und nimmt sich ersteinmal der nun fast schon tobenden menge an .. erstmal verkehr offiziel lahmlegen, was wir eh schon inoffiziel getan hatten ..
noch ist platz für ein paar progressive fussganger vorbeizukommen .. für autos schon seit etlichen minuten nicht mehr .. in keine der 4 richtungen. wir sind alle einer meinung bzgl. des wendemanövers. mieze rudert weiter zentimeter um zentimeter .. endlich sind wir komplett verkeilt .. keine fussgänger mehr, keine autos mehr – diese straße ist aufgrund eines touristenbusses gesperrt .. meine eigene kleine strassenssperre mit polizeischutz .. zum glück, den die größerwerdende menge scheint nur durch das entspannte handeln von uns und dem polizisten in zaum gehalten zu werden .. die ersten 15 minuten sind vorbei ..
vorbeikommende menschen machen fotos, die menge freut sich über kleine spässchen über „no servo“ „ja mieze hat nen riesenbizeps“ etc. .. wir haben inzwischen die ruderrollen gewechselt und ich rangiere weiter im stand einen zentimeter vor, 2 zurück .. bedingt durch meinen körperbau schwinden die kräfte extrem schnell .. mieze eilt zur hilfe und wir rudern zuzweit. .. mieze ist fertig – ich auch .. der polizist tauscht die plätze mit mieze und hilft mir derweil das lenkrad im stand von einer richtung zur anderen zu stemmen .. auch ihm gehen langsam die kräfte aus, ich kanns spüren .. wir rudern wie die bescheuerten weiter .. die menge knipst fleissig, mieze hält sie bei laune und erklärt nebenbei die preisstruktur für entstandene fotosvon dem dicken, dem rudernden polizisten und mir … .. scheinen alle keine kohle zu haben .. na gut dann halt spass umsonst .. wir rangieren inzwischen in die fuenfundzwanzigste minute und habens fast geschafft .
.. ich kann schon lang nicht mehr, obwohl ich dabei die ganze zeit eh schon hinterm lenkrad stehe! und der bulle machts nur noch alibimäßig fuer die show.. die faule sau ;o).. .. das letzte mal rudern noch .. stöhnen, ächzen nur nich aufgeben .. die menge hält sich kaum mehr und die anfeuerungsrufe werden lauter .. komme mir vor wie beim marathon zieleinlauf .. und ja wir sind in dem moment helden .. ich, der bulle und vor allem mieze .. der bulle vergleicht noch seinen bizeps mit mieze .. die menge klatscht und tobt .. mieze wieder ans steuer und ich mache noch papstgesten in handykameras und richtung der menge .. das nächste mal gibts wieder eier zum frühstück und spinat .. man weis ja nie, wo ein das nächste schild hinführt ..
….
…. torre de belem, der nächste tag vormittags … wir haben ganz prima geschlafen und die sonne scheint unaufhörlich herunter .. hier also treffen wir uns mit loick .. haben noch ein, zwei stunden zeit, so lungern wir rum .. kaufen keine sonnenbrille alle fünf meter von dubiosen „geschäftsleuten“ und gehen auch nicht hinein in den torre .. wozu auch, gibts sonntags immer umsonst .. heute ist donnerstag, das muss also nich sein ..
.. es ist ein herrlicher platz, die menschen nutzen den kleinen park davor zum erholen, die touristen machen die üblichen bilder und dazu gesellt sich noch ein suedamerikanischer panflötenspieler mit generator und soundanlage .. topschick ..
. unterhalb des torre, ist ein winziges sandstück, wo der rio tejo miesmuscheln anspült .. und müll … und auf diesem miesmuschelmüll-eiland sehen wir eine alte portugiesin, die sehr fleissig ist .. sie hat bestimmt schon 2 einkaufstüten mit muscheln eingesammelt .. .. cool denke ich mir .. hin da .. gucken wir uns mal an, was das meer hier so ranschwemmt .. wir entdecken gaaaanz gaanz viel muscheln aller art .. die alte frau findet uns sympatisch aber garantiert auch durchgeknallt .. genauso wie all die touristen, die uns entfremdet anblicken .. was solls .. .. macht total spass, man ist in der natur und die alte frau erklärt mir irgendwie, welche sie nimmt, und was davon man isst .. für diesen fall haben wir eine aufgemacht und mieze füttert die möwen .. .. genug des zeitvertreibs, der held muesste demnächste eintreffen ..
ich spekuliere laut darüber, das die wege eines abenteurers unergründlich sind und ich irgendwie glaube er kommt nich .. mieze sieht das ganz anders und während ich weiterhin ungläubig bin, hat ihn mieze auch schon entdeckt und winkt und ruft und kanns kaum glauben – ick übrigens auch nich .. .. pünktlich wie die maurer schlendert er auf uns zu .. ein held .. ohne fahrrad, fällt als erstes auf .. wir sprechen wieder esperanto -> das heist mit vokabelfetzen in 5 sprachen, mit händen und füssen, mit kalendern und skizzen, mit uhren und landkarten .. klappt super .
.. jedenfalls finden wir schnell heraus, das er sein fahrrad am „hotel“ hat, wo er kostenlos uebernachten kann und auch noch 2x essen am tag für lau bekommt … ein echter abenteurer weis eben wie mans macht .. scheint eine art sozialeinrichtung zu sein . einziger haken, ist genau am anderen ende der stadt .. macht dem loik aber nix, steht er halt um sieben morgens auf und läuft los .. der weg zu uns hat somit 5 stunden gedauert .. .. er mag neben fahrrad fahren auch gerne laufen .. er nennt das „visiting“ (englisch: besuchen) .. also hat er halt 5 stunden visiting gemacht .. und kannte dementsprechend schon das halbe zentrum. … genau dahin haben machen wir uns auf.
.. wir laufen ca. 20 minuten bis zum supersuperhighlight in lissabon dem „jeronimo“ .. seht die bilder und findets geil .. ist echt der hammer das ding .. drin ist eine kapelle (klar wer sonst könnte auch so ein ding hinstellen) und das archäologie museum .. ist doch was für den kostenlosen sonntag … meiner alten tradition folgend, werfen wir, tief in einen wunsch versunken, noch kupfergeld in den großen brunnen davor. .. nun aber genug gelaufen, ab zur nächsten trambahn … einfache strecke 1,35 egal ob eine station oder 15 .. erstmal billig, auf dauer aber dann doch ein kostenfaktor (ich + mieze ins zentrum und zurück = 5,40) .. egal
.. wir treiben durch lissabon .. mit offenem mund .. dachte ja erst, in porto gebs sachen dies hier nicht gäbe, alles blödsinn .. ist mindestens genauso schön, genauso enge gassen, genauso viele menschen .. dazu aber alle deutlich entspannter drauf und der dicke wird von der polizei bewacht .. na gut portweinkeller gibts hier nich .. aber geschäfte wo man welchen kaufen kann ..
lieber richi: ich bring dir keine flasche mit, eine flasche aus den fünzigern des letzten jahrhunderts kostet ca. 1000 euro .. plus minus ein paar hundert euro .. nenene .. für dich gibts feinsten portugiesischen rose: heisst mateus, ist spottbillig, sehr sehr lecker und auch eher was für deine konsummengen ..
.. von dem zeug haben wir uns nach diesem „anstrengenden“ tag auch abends noch in einem leeren, kleinen portugiesischen eckrestaurant 2 flaschen einverleibt .. in roselaune dann noch eine flaschenpost gebastelt und ab gings froh und munter nach hause .. für loick nen bus und für uns die tram .. und in der mitte treffen wir uns morgen wieder auf leckeres essen, millionen eindrücke für die augen und balsam für die seelen .
.. lissabon ist ein verliebtsein wert meine freunde .. wunderschön, romantisch, am meer und mit bunter, netter bevölkerung .. lisboa ich liebe dich du weisse stadt am meer .. seit jahrhunderten handelszentrum für viele nationen der erde .. brasilianer mit geld, araber mit eroberungsansprüchen, juedische kaufleute auf der flucht vor uns, etc… .. eine sehr sehr bunte mischung menschen .. mag ich sehr .. wobei ich an dieser stelle mal was zugeben muss .. ich dachte ja immer .. hey ho portugal da muessen die mädels ja absolut der wahnsinn sein .. bei der mischung .. hm .. is nich so .. ganz im gegenteil .. die schönheit hinkt dem klischee (hatte das nur ich?) weit weit hinterher .. ne klar alle menschen sind schön, aber schonmal in italien oder spanien gewesen .. evtl. auch schweden oder brasilien ein begriff ? … deutschland selbstverständlich sowieso
) .. machen wirs kurz, sehe mehr hübsche jungs als hübsche mädels .. naja .. ist mir eh wurscht, hab ja meine mieze gefunden und somit keinen bedarf .. war nur mal son gedanke von mann zu männlichem leser
) .
.. wir treiben weiter mit dem helden durch die stadt und geniessen jede sekunde .. die stadt ist eine bereicherung und so auch die geschichten, die wir mittels esperanto austauschen können .. wärend mieze einmal beim friseur ist, ziehe ich mit loick los ..
.. ich bedeute ihm, das wir uns merken muessen, wo mieze ist, so für später (zur sicherheit mache ich ein foto von mieze vorm laden – auch für den vorher-nacher vergleich .. so ein friseurbesuch kann ja unter umständen anders enden als man plant .. vor allem in einem fremden land) .. alles kein problem für den jungen mann .. mir ist eh schon aufgefallen, wie zielsicher er immer auf orte zusteuert, an denen wir schonmal waren … z.b der internetladen .. wir lassen uns treiben .. eigentlich haben wir ein ziel: .. wir würden uns gerne mal ungestört dem bau eines papierschiffchens widmen .. .. ganz abenteurer hier ums eck, dort entlang, hier ne ecke dort ne treppe .. sieht gut aus .. hoch da .. ewig lang und in einer ecke, wo schon lang nix mehr los zu sein scheint .. naja .. ui, ein haus, ui ein eingang ? .. wir finden uns wieder in einem verlassenen, sehr schmalen, typischen stadhaus mitten in lissabon .. neben ungeöffneter post von der strommafia, liegen noch habseligkeiten einer familie rum, schutthaufen gleich maulwurfshügeln so weit das auge reicht .. die winzige rundtreppe in das obere stockwerk halb holz – halb morscher rest .. die löcher in der decke reichen um ein kleines auto durchzuwerfen, die löcher in den wänden reichen um bequem in die anderen kleinen räume zu blicken, .. wärend loick sich dem bau des papierschiffchens widmet, erkunde ich die habseligkeiten in den tüten .. ich entdecke altes kinderspielzeug und videokassetten .. alle in portugiesisch und von fragwürdigem geschmack zeugend (unter anderem rocket man mit robin williams, also wirklich) .. .. .. .. in dem moment, als ich diesen kleinen plastik-“chewbaka“ entdecke, wird mir klar das ich ihn als souvenir mitnehme .. seit dem lebt er hier mit uns im bus und man kann ihn sogar verbiegen .. es ist ein „bend me – chewbaka .. ok überredet: chewbaka war das große pelzartige wolfswesen, der beste freund von han solo in STAR WARS (wird nicht erklärt) .. sieht aus wie ein sehr großer cockerspaniel mit wolfsgebiss … ich bin zufrieden mit meinem souvenir und wir verlasssen die szenerie .. ganz im freudentaumel über das tolle papierschiffchen gehts ab richtung mieze … wie war das nochmal .. hier ums eck – da ums eck – scheissendreck ? .. eigentlich halb so wild, aber wo ich mich auf visuelle eindrücke verlassen muss, scheint loick ein anderes geheimnis zu haben .. ich nehme die frage in angriff und mittels esperanto finde ich heraus wie er es macht .. er zählt ganz einfach die relevanten kreuzungen bzw. querstraßen .. ein fuchs der knabe .. bin ich halt noch nich draufgekommen .. so finden wir direkt wieder zurück zu dem friseurladen .
.. gehen hinein und mieze ist weg … die chefin sieht uns nur blöd an und bedeutet uns ständig was mit „no senores“ .. is schon klar .. keine jungs aber ich bin auch auf der suche nach „mio senhora“, mache nervös haarschneidebewegungen und „senora“ „senora“ .. sie wieder „no senores“ .. ich gebe entnervt auf und wir gehen wieder raus .. nun gut .. erstmal die cafes checken .. keine mieze .. noch nen kleiderladen nebenan, ebenfalls no mieze … .. ich werd langsam warm an den ohren und denk mir meinen teil .. loick macht telefon, nina .. ich mach „nö „.. haben wir nich bei .. und nu?
.. der gute alte plan: zurück zum letzten koordinaten .. . da fällts mir wie schuppen von den augen: rein in den laden, die kamera raus und das foto von mieze vor dem laden unter die nase der chefin gerieben …. nun klickts und ratterts auch endlich bei ihr .. sie holt noch ein angestellte aus dem keller (aha), welche wiederum französisch spricht .. top, hier der loick, der kann sowas .. mieze mieze …. saß 5 häusser weiter in einem friseurladen, nachdem sich herausgestellt hat, das die da irgendwie nur stylen oder erst morgen jemand kommt der schneiden kann, oder so .. .. mieze hat denen noch über eine englisch-portugisiesch sprechende kundin klargemacht: jungs kommen – bitte information geben, das ich nun 5 häuser weiter .. scheint die chefin irgendwie nicht so recht kapiert zu haben .. trotz erklärung in ihrer muttersprache .. macht nix .. mieze da hurra ..
.. solche und andere kleine erlebnisse versüssen uns den aufenthalt in dieser großartigen stadt .. unser neuer freund ist mir und mieze unmittelbar ans herz gewachsen .. ich merkte sofort, das wir auf einer wellenlänge liegen .. können zwar nur esperanto miteinander sprechen, aber wenn 2 menschen sich mögen, spielt die sprache keine rolle .. ..
wir haben unter anderem versucht loick irgendwie zu einer überfahrt richtung amsterdam, frankreich oder italien zu verhelfen .. leider vergebens .. inkl. seinem fahrrad gibts schonmal keine guenstigen flüge .. die bahn verlangt auch hier, wie überall, unsummen und schiffe fahren von lissabon aus fast gar nicht richtung „resteuropa“ .. na gut, muss also ein neuer plan her .. er schlägt vor, mit dem fahrrad wieder zurückzufahren .. na gut, geht, is aber nich wirklich der plan .. wir schlagen im im eifer des gefechtes vor, sein fahrrad und seinen trailer einfach huckepack zu nehmen, während er trampt .
… trampen kann er auch prima, hat er mal von brest (nordöstlichst in frankreich) bis nach guadeloup geschafft .. sage und schreibe 7000 km inkl. fahrrad . wie geht sowas? … ist halt ein verrückter .. er kann sein glück kaum fassen und wir schlagen als treffpunkt dijon vor .. bis dahin wird er sich mit zelt schlafsack und sonstigen habseligkeiten trampend durch europa bewegen .. sein ziel bis dijon ist unbekannt ;o) ..
.. wir schmieden diesen plan freitagabend, und da wir samstag mit unserem alten freund „j“ hier in lissabon verabredet sind, treffen wir uns also sonntag früh um 8.30 wieder. ihr wisst ja inzwischen, das ist die beste zeit ins museum zu gehen
) .. gesagt getan und samstag ist da.